Kreisgruppe Steinfurt
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Gemeinsam für den Teutoburger Wald

21. September 2026

Mehr als 30 Gäste folgten am 20. September der Einladung der BUND-Kreisgruppe Steinfurt und der Bürgerinitiative Pro Teuto zu einem gemeinsamen Sommerfest in Lienen. Im Mittelpunkt standen der Schutz des Teutoburger Waldes, die Auswirkungen des Kalksteinabbaus und aktuelle Entwicklungen im Umweltrecht.

Den ersten Impulsvortrag hielt Dr. Hartwig Mennen zum FFH-Gebiet „Nördliche Teile des Teutoburger Waldes mit Intruper Berg“ und den möglichen Auswirkungen des Kalksteinabbaus auf Natur und Wasserhaushalt. Anschließend informierte Heike Kammerer über aktuelle Entwicklungen im Umwelt- und Naturschutzrecht.

Pro Teuto engagiert sich seit 2011 gemeinsam mit BUND, NABU und LNU für das 783 Hektar große FFH-Gebiet. Es beherbergt zahlreiche besonders geschützte Arten und wertvolle Lebensräume, darunter Waldmeister-Buchenwälder, Kalk-Trockenrasen, Auenwälder und Kalktuffquellen. Kalktuffquellen sind auf einen natürlichen und dauerhaft ausreichenden Grundwasserzufluss angewiesen. Veränderungen des Wasserhaushalts können ihre Quellschüttung und die von ihnen abhängigen Lebensgemeinschaften beeinträchtigen. Umso wichtiger sind belastbare hydrogeologische Untersuchungen und ein kontinuierliches Monitoring von Grundwasser und Quellen.

Der zweite Schwerpunkt des Treffens waren aktuelle Veränderungen des Umweltrechts. Diskutiert wurde die Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes, die der Bundestag im Juni 2026 beschlossen hat. Kritisch gesehen werden insbesondere einzelne Änderungen des Umweltverbandsklagerechts, darunter die fehlende aufschiebende Wirkung bestimmter Klagen gegen Infrastrukturvorhaben, zusätzliche Anforderungen an die Mitwirkung von Umweltverbänden und die zeitliche Befristung ihrer Anerkennung.

Auch das Infrastruktur-Zukunftsgesetz wurde kritisch bewertet. Ziel des im Juni 2026 beschlossenen Gesetzes ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere für Verkehrs- und Energieinfrastruktur zu beschleunigen. Dazu werden bestimmte Infrastrukturvorhaben in ein „überragendes öffentliches Interesse“ gestellt und verschiedene Planungs- und Prüfverfahren vereinfacht. Dabei besteht die Gefahr, dass Umwelt- und Naturschutzbelange bei der Abwägung an Gewicht verlieren.

Auch die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur war Thema. Der Entwurf des deutschen Nationalen Wiederherstellungsplans wird kritisch bewertet, da die vorgesehenen Maßnahmen nicht ausreichend verbindlich und finanziell abgesichert sind. Gefordert werden konkrete Ziele und eine verlässliche Umsetzung der notwendigen Renaturierungsmaßnahmen.

Zum Abschluss wurden die Gäste nach ihren Vorstellungen für die weitere Zusammenarbeit von BUND und Pro Teuto gefragt. Vorgeschlagen wurden unter anderem gemeinsame Exkursionen und Waldspaziergänge, regelmäßige Treffen der Vorstände, eine stärkere Einbindung von Jugendlichen sowie gemeinsame Veranstaltungen und eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit.

Das Sommerfest bot damit nicht nur Gelegenheit zum fachlichen Austausch, sondern auch konkrete Impulse für die weitere Zusammenarbeit. BUND und Pro Teuto wollen sich weiterhin gemeinsam für den Schutz des Teutoburger Waldes und des FFH-Gebiets einsetzen.

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